Lysergsäurediethylamid (LSD-25, C₂₀H₂₅N₃O) gehört zu den pharmakologisch potentesten bekannten Verbindungen. In diesem Artikel beleuchten wir die chemische Struktur von LSD im Detail — vom Ergolin-Grundgerüst über die Stereochemie bis hin zur Interaktion mit Serotonin-Rezeptoren. Außerdem erfahren Sie, aus welchen Pflanzen die Vorstufe Lysergsäure stammt und warum LSD-Derivate als Research Chemicals für die Forschung relevant sind.
LSD-25 ist ein halbsynthetisches Ergolin-Alkaloid mit der Summenformel C₂₀H₂₅N₃O. Der systematische IUPAC-Name lautet:
(6aR,9R)-N,N-Diethyl-7-methyl-4,6,6a,7,8,9-hexahydroindolo[4,3-fg]quinoline-9-carboxamide
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| IUPAC-Name | (6aR,9R)-N,N-Diethyl-7-methyl-4,6,6a,7,8,9-hexahydroindolo[4,3-fg]quinoline-9-carboxamide |
| Summenformel | C₂₀H₂₅N₃O |
| Molare Masse | 323,43 g/mol |
| CAS-Nummer | 50-37-3 |
| Schmelzpunkt | 80–85 °C (freie Base); 198–200 °C (Tartrat) |
| Löslichkeit | Gut löslich in Wasser (als Tartrat), Methanol, Ethanol; wenig löslich in Chloroform |
| Aussehen | Farblose, geruchlose Kristalle (freie Base) |
| pKa | ~7,8 (Diethylamin-N) |
| logP | ~2,95 (moderat lipophil) |
| Substanzklasse | Ergolin-Alkaloid / Lysergamid |
| Stereozentren | 2 (C-6a und C-9 nach IUPAC) |
Mit einer molaren Masse von nur 323,43 g/mol ist LSD vergleichsweise klein für ein Alkaloid. Zum Vergleich: Morphin (C₁₇H₁₉NO₃) hat 285,34 g/mol, Psilocybin (C₁₂H₁₇N₂O₄P) 284,25 g/mol. Die außergewöhnliche Potenz von LSD — wirksam bereits im Mikrogrammbereich — erklärt sich nicht durch die Molekülgröße, sondern durch die hochspezifische Rezeptorbindung (siehe Pharmakologie).
Das LSD-Molekül basiert auf dem Ergolin-Grundgerüst, einem tetrazyklischen Ringsystem aus vier kondensierten Ringen:
| Ring | Typ | Beschreibung |
|---|---|---|
| Ring A | Benzolring (aromatisch) | Sechsgliedriger aromatischer Ring, bildet zusammen mit Ring B das Indol-System |
| Ring B | Pyrrolring (aromatisch) | Fünfgliedriger stickstoffhaltiger Ring, enthält den Indol-Stickstoff N-1 |
| Ring C | Cyclohexenring | Sechsgliedriger Ring mit Doppelbindung, enthält N-6 (den „basischen" Stickstoff) |
| Ring D | Pyridinring-Derivat | Sechsgliedriger Ring, vervollständigt das Quinolin-Teilsystem |
Die Ringe A und B bilden gemeinsam ein Indol-System — eines der wichtigsten Strukturmotive in der Naturstoffchemie. Das Indol-Grundgerüst findet sich in zahlreichen biologisch aktiven Verbindungen:
Die strukturelle Verwandtschaft von LSD mit Serotonin über das gemeinsame Indol-Motiv ist der Schlüssel zum Verständnis der pharmakologischen Wirkung von LSD: Beide Moleküle können am Serotonin-Rezeptor binden, weil sie das gleiche molekulare Erkennungsmotiv teilen.
An der C-9-Position des Ergolin-Gerüsts trägt LSD eine Carboxamid-Gruppe mit zwei Ethylsubstituenten: –CON(C₂H₅)₂. Diese Diethylamid-Seitenkette ist entscheidend für die pharmakologische Aktivität:
Einen umfassenden Überblick über LSD und verwandte Verbindungen finden Sie in unserem Grundlagenartikel.
LSD besitzt zwei Stereozentren an den Positionen C-5 und C-8 (Ergolin-Nummerierung) bzw. C-6a und C-9 (IUPAC). Dadurch existieren vier Stereoisomere:
| Stereoisomer | Konfiguration | Aktivität |
|---|---|---|
| d-LSD (LSD-25) | (5R,8R) / (6aR,9R) | Aktiv — das pharmakologisch relevante Isomer |
| iso-LSD | (5R,8S) / (6aR,9S) | Inaktiv — entsteht durch Epimerisierung an C-8 |
| l-LSD | (5S,8R) / (6aS,9R) | Inaktiv |
| l-iso-LSD | (5S,8S) / (6aS,9S) | Inaktiv |
Nur das (5R,8R)-Isomer ist pharmakologisch aktiv. Bereits die Inversion eines einzigen Stereozentrums (C-8 → iso-LSD) führt zum vollständigen Aktivitätsverlust — ein eindrucksvolles Beispiel für die Stereoselektivität biologischer Rezeptoren.
Die Umwandlung von aktivem LSD zum inaktiven iso-LSD wird begünstigt durch:
Unsachgemäße Lagerung kann dazu führen, dass ein signifikanter Anteil des LSD-Derivats in das inaktive iso-Isomer umgewandelt wird. Hinweise zur sicheren Handhabung finden Sie in unserem Artikel zur LSD-Sicherheit.
Die häufig gestellte Frage „Welche Pflanze enthält LSD?" ist streng genommen falsch formuliert: LSD selbst kommt nicht natürlich vor — es ist eine halbsynthetische Verbindung. Die Vorstufe von LSD, die Lysergsäure, wird jedoch vom Mutterkorn (Claviceps purpurea) produziert.
Mutterkorn ist ein parasitischer Schlauchpilz (Ascomycet), der Getreideähren — insbesondere Roggen — befällt. Die dunklen, hornförmigen Sklerotien enthalten ein komplexes Gemisch aus Ergot-Alkaloiden:
Die Biosynthese der Lysergsäure in Claviceps purpurea verläuft über den Mevalonat-Weg:
Die Lysergsäure wird dann synthetisch weiterverarbeitet: Die Carbonsäuregruppe wird mit Diethylamin zum Amid kondensiert — daraus entsteht LSD-25. Dieser letzte Schritt findet nicht im Pilz statt.
Im Mittelalter führte der Verzehr von kontaminiertem Getreide zu Massenvergiftungen, bekannt als Ergotismus (Antoniusfeuer). Die Symptome — Krämpfe, Halluzinationen, Gangrän — werden den Ergot-Alkaloiden zugeschrieben. Die vollständige historische Einordnung finden Sie in unserem Artikel zur Geschichte von LSD.
Verschiedene Pflanzen und Pilze produzieren Lysergsäureamid (LSA) und verwandte Alkaloide:
| Pflanze/Organismus | Wissenschaftlicher Name | Enthaltene Alkaloide |
|---|---|---|
| Mutterkorn | Claviceps purpurea | Lysergsäure, Ergonovin, Ergotamin |
| Hawaiianische Holzrose | Argyreia nervosa | LSA (Ergin), Erginin |
| Prunkwinde (Morning Glory) | Ipomoea tricolor | LSA, Lysergsäure-α-Hydroxyethylamid |
| Ololiuqui | Turbina corymbosa | LSA, Lysergsäureamid-Derivate |
| Stipa robusta | Achnatherum robustum | Lysergsäureamid (via Endophyt) |
Allen diesen Organismen ist gemeinsam, dass sie Lysergsäure-Derivate über endophytische Pilze oder direkt als Schlauchpilze produzieren. Die Biosynthese folgt in allen Fällen dem gleichen Grundprinzip über Tryptophan und DMAPP.
Albert Hofmann synthetisierte LSD-25 erstmals am 16. November 1938 am Sandoz-Forschungslabor in Basel. Sein ursprüngliches Ziel war die Entwicklung eines Kreislaufstimulans — er untersuchte systematisch Amid-Derivate der Lysergsäure.
Die besondere Herausforderung der LSD-Synthese liegt in der Empfindlichkeit der Lysergsäure: Sie ist säure- und baselabil, lichtempfindlich und neigt zur Epimerisierung. Hofmann beschrieb in seinem Buch LSD — Mein Sorgenkind (1979), dass die Synthese „besonderes Geschick und Erfahrung" erforderte.
Obwohl LSD bereits 1938 synthetisiert wurde, entdeckte Hofmann seine bemerkenswerten Eigenschaften erst fünf Jahre später. Am 16. April 1943 nahm er versehentlich eine geringe Menge auf. Drei Tage später, am 19. April 1943, unternahm er das erste bewusste Selbstexperiment mit 250 µg. Seine berühmte Fahrradfahrt nach Hause ging als „Bicycle Day" in die Wissenschaftsgeschichte ein. Die vollständige Einordnung finden Sie in unserem Artikel zur Geschichte von LSD.
Die pharmakologische Wirkung von LSD beruht primär auf der Interaktion mit dem Serotonin-5-HT2A-Rezeptor — einem G-Protein-gekoppelten Rezeptor (GPCR) in der Großhirnrinde. LSD ist einer der potentesten bekannten Agonisten dieses Rezeptors.
| Rezeptor | Typ | Affinität (Ki) | Funktion |
|---|---|---|---|
| 5-HT2A | Partieller Agonist | ~1–3 nM | Hauptverantwortlich für psychedelische Effekte |
| 5-HT2C | Agonist | ~5–10 nM | Moduliert Stimmung und Appetit |
| 5-HT1A | Partieller Agonist | ~10 nM | Anxiolytische Komponente |
| D2 (Dopamin) | Agonist | ~10–30 nM | Möglicherweise relevant für subjektive Effekte |
| 5-HT2B | Agonist | ~5 nM | Relevant für Langzeitsicherheitsforschung |
Eine bahnbrechende Studie von Wacker et al. (2017), publiziert in Cell, klärte mittels Röntgenkristallographie die 3D-Struktur des LSD-5-HT2B-Rezeptor-Komplexes auf. Die zentrale Entdeckung: Wenn LSD in die Bindungstasche eintritt, klappt ein Teil des extrazellulären Loop 2 (EL2) wie ein „Deckel" über das Molekül.
Dieser Mechanismus erklärt zwei Beobachtungen:
Roth et al. (2017) bestätigten durch Molecular-Dynamics-Simulationen, dass die Diethylamid-Seitenkette für das „Einfangen" durch den Lid-Mechanismus essenziell ist.
Neuere Forschung zeigt, dass LSD am 5-HT2A-Rezeptor einen biased agonism ausübt: Es aktiviert bevorzugt den Beta-Arrestin-Signalweg gegenüber dem klassischen Gq/11-Protein-Signalweg. Diese Signalselektivität ist ein aktives Forschungsfeld. Detaillierte Informationen zur Wirkung von LSD auf neuronaler Ebene finden Sie in unserem separaten Artikel.
Die modernen LSD-Derivate (1P-LSD, 1cP-LSD, 1V-LSD, 1D-LSD, 1S-LSD, 1BP-LSD) modifizieren das LSD-Molekül an einer spezifischen Position: dem Indol-Stickstoff N-1 (Ring B).
Das derzeit legal verfügbare 1BP-LSD trägt die bisher komplexeste Acylgruppe am N-1. Einen Vergleich aller LSD-Arten bietet unser Übersichtsartikel.
LSD und seine Derivate sind chemisch empfindliche Verbindungen. Das Verständnis der Zersetzungsmechanismen ist für die Forschung essenziell.
| Faktor | Mechanismus | Produkt | Vermeidung |
|---|---|---|---|
| UV-Licht | Photolytische Spaltung der Doppelbindung in Ring C | lumi-LSD (inaktiv) | Lichtdichte Behälter, Alufolie |
| Wärme | Epimerisierung an C-8 | iso-LSD (inaktiv) | Kühle Lagerung (2–8 °C) |
| Chlor | Oxidative Zerstörung des Indolrings | Diverse Abbauprodukte | Chlorfreies Wasser verwenden |
| Sauerstoff | Langsame Oxidation | Oxidierte Abbauprodukte | Inertgas (Argon/Stickstoff) |
| Extreme pH-Werte | Säure-/basekatalysierte Hydrolyse | Lysergsäure + Diethylamin | Neutraler pH (6–8) |
| Feuchtigkeit | Hydrolyse, begünstigt andere Abbauwege | Diverse | Silicagel, trockene Lagerung |
Unter optimalen Bedingungen können Lysergamide als Feststoff (Blotter, Pellets) über mehrere Jahre stabil bleiben. In Lösung verkürzt sich die Haltbarkeit auf 6–12 Monate. Informationen zur Forschung mit Microdosing-Protokollen finden Sie in unserem Fachartikel.
Die Summenformel von LSD-25 lautet C₂₀H₂₅N₃O mit einer molaren Masse von 323,43 g/mol. Der systematische IUPAC-Name ist (6aR,9R)-N,N-Diethyl-7-methyl-4,6,6a,7,8,9-hexahydroindolo[4,3-fg]quinoline-9-carboxamide. Die CAS-Nummer lautet 50-37-3. LSD gehört zur Substanzklasse der Ergolin-Alkaloide bzw. Lysergamide.
LSD basiert auf dem tetrazyklischen Ergolin-Grundgerüst mit vier kondensierten Ringen (A, B, C, D). Die Ringe A und B bilden ein Indol-System (verwandt mit Serotonin), Ring C enthält den basischen Stickstoff N-6, und Ring D vervollständigt das Quinolin-System. An C-9 befindet sich die charakteristische Diethylamid-Seitenkette (–CON(C₂H₅)₂), die für die pharmakologische Aktivität essenziell ist.
LSD bindet als partieller Agonist primär am Serotonin-5-HT2A-Rezeptor mit einer extrem hohen Affinität (Ki ~1–3 nM). Eine Studie von Wacker et al. (2017, Cell) zeigte, dass ein Teil des extrazellulären Loops wie ein „Deckel" über das LSD-Molekül klappt und es in der Bindungstasche einschließt. Dies erklärt die ungewöhnlich lange Rezeptorresidenzzeit von mehreren Stunden und die hohe Potenz im Mikrogrammbereich.
LSD-25 ist das unmodifizierte Lysergsäurediethylamid mit der Formel C₂₀H₂₅N₃O. Die modernen 1-Acyl-Derivate (1P-LSD, 1cP-LSD, 1V-LSD, 1D-LSD, 1S-LSD, 1BP-LSD) tragen zusätzlich eine Acylgruppe am Indol-Stickstoff N-1. Diese Derivate fungieren als Prodrugs — die Acylgruppe wird im Organismus enzymatisch abgespalten. Der Hauptunterschied liegt in der höheren molaren Masse der Derivate und der unterschiedlichen Hydrolysekinetik.
Die extreme Potenz von LSD (wirksam im Mikrogramm-Bereich) erklärt sich durch zwei Faktoren: Erstens die extrem hohe Bindungsaffinität zum 5-HT2A-Rezeptor (Ki ~1–3 nM), die zu den höchsten unter allen bekannten Liganden gehört. Zweitens der von Wacker et al. (2017) beschriebene „Lid"-Mechanismus, bei dem das LSD-Molekül nach der Bindung in der Rezeptortasche eingeschlossen wird und über Stunden gebunden bleibt — wesentlich länger als die meisten anderen Liganden.
Keine Pflanze enthält LSD direkt — LSD ist eine halbsynthetische Verbindung. Die Vorstufe Lysergsäure wird jedoch vom Mutterkorn-Pilz (Claviceps purpurea) produziert, einem Parasiten auf Roggen und anderen Gräsern. Verwandte Verbindungen wie LSA (Lysergsäureamid) finden sich in Hawaiianischer Holzrose (Argyreia nervosa), Prunkwinden (Ipomoea tricolor) und Ololiuqui (Turbina corymbosa). Die Biosynthese verläuft in allen Fällen über den Mevalonat-Weg ausgehend von Tryptophan.
⚠️ Rechtlicher Hinweis: Alle auf dieser Seite beschriebenen Substanzen dienen ausschließlich der wissenschaftlichen Information. LSD-25 ist in Deutschland als Betäubungsmittel (BtMG Anlage I) verboten. Der Erwerb von Research Chemicals wie 1BP-LSD bei shop-lsd.de ist ausschließlich für Forschungszwecke bestimmt. Die Produkte sind nicht zum menschlichen Konsum geeignet. Der Käufer bestätigt, dass er die Produkte nur zu wissenschaftlichen Forschungszwecken erwirbt.
Stand: März 2026 | Aurora Synthetics GmbH | shop-lsd.de
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